Glossar

Algorithmus

Ein Algorithmus ist ein allgemeines Lösungsverfahren aus einer begrenzten Folge klarer Schritte. Ein Sortieralgorithmus beschreibt zum Beispiel, wie sich ungeordnete Werte in eine Reihenfolge bringen lassen; ein konkretes Programm ist dann eine mögliche Umsetzung dieser Idee in einer bestimmten Programmiersprache.

Beim maschinellen Lernen gibt es einen eigenen Trainingsalgorithmus: ein festes Verfahren, das auf Trainingsbeispiele angewendet wird und daraus ein Modell erzeugt — anders als bei klassischen Algorithmen ist das Ergebnis hier keine sofort ablesbare Lösung, sondern ein Satz eingestellter Parameter.

Ein Beispiel: Das Vorgehen eines einfachen Spamfilters: Absender mit dem Adressbuch vergleichen, Betreff lesen, Ausrufezeichen zählen, entscheiden. Diese Schritte lassen sich auf Papier aufschreiben und von einem Menschen genauso abarbeiten wie von einem Computer. Ein Kochrezept ist ein ähnliches Bild, mit einer Grenze: Es darf „eine Prise Salz“ sagen, ein Algorithmus muss jeden Schritt eindeutig festlegen.

Nicht verwechseln mit „dem Algorithmus“ einer Plattform: Heißt es, „der Algorithmus“ entscheide, was du in einem Feed siehst, ist meist ein ganzes Empfehlungssystem gemeint. Das kann mehrere Algorithmen, feste Regeln und trainierte Modelle kombinieren. Im engen Sinn ist ein Algorithmus nur das Verfahren, nicht das Modell, das ein Trainingsalgorithmus erzeugt.

Wo du dem Begriff begegnest: Im Mathe- und Informatikunterricht, etwa beim Sortieren oder beim schriftlichen Rechnen, in Berichten über soziale Netzwerke und Suchmaschinen und überall dort, wo von einem Verfahren die Rede ist, das etwas auswählt, ordnet oder berechnet.

Ausführlicher erklärt in „Programm, Algorithmus, Modell im Vergleich“.

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