Glossar
Programm
Ein Programm ist eine von Menschen geschriebene Folge von Anweisungen. Der Code legt fest, welche Schritte unter welchen Bedingungen ausgeführt werden. Welcher Weg genommen wird, hängt vom Input ab, aber jede Regel dafür steht fest, bevor das Programm läuft.
Denkbild: eine Maschine, die feste, von Menschen geschriebene Anweisungen abarbeitet; das Rezept dahinter ist der Algorithmus.
Ein trainiertes KI-Modell verhält sich beim Benutzen wieder wie ein Programm: Es nimmt einen Input entgegen und liefert einen Output. Anders als bei einem klassischen Programm stammt das Verhalten dabei aber nicht aus handgeschriebenem Code, sondern aus gelernten Parametern.
Ein Beispiel: Ein selbst gebauter Spamfilter mit drei Regeln. Steht der Absender im Adressbuch, kommt die Mail in den Posteingang. Enthält der Betreff das Wort „Gewinn“ oder hat die Mail mehr als drei Ausrufezeichen, kommt sie in den Spam. Alles Übrige landet im Posteingang. Der Computer versteht keine dieser Regeln, er prüft nur Bedingungen. Willst du wissen, warum eine Mail aussortiert wurde, findest du die Zeile, die gegriffen hat.
Nicht verwechseln mit einem Algorithmus: Der Algorithmus ist das Verfahren selbst. Es lässt sich auch ohne Computer aufschreiben, ähnlich wie ein Rezept. Das Programm ist die Fassung dieses Verfahrens, die ein Computer ausführen kann. Ein und derselbe Algorithmus kann deshalb in vielen verschiedenen Programmen stecken.
Wo du dem Begriff begegnest: Fast überall am Computer, von der Tabellenkalkulation über den Browser bis zur Ampelsteuerung. Im Alltag heißen Programme oft auch Software oder App. In Texten über KI taucht der Begriff meist als Gegenstück auf: hier Code, den Menschen geschrieben haben, dort ein Modell, dessen Verhalten aus dem Training stammt.
Ausführlicher erklärt in „Programm, Algorithmus, Modell im Vergleich“.