Glossar

Funktion

Eine Funktion ist ein Rechenschritt, der etwas entgegennimmt (den Input) und daraus etwas anderes berechnet (den Output). Bei gleichem Input liefert dieselbe Funktion immer denselben Output.

Denkbild: ein Taschenrechner — „2 + 3“ ist der Input, „5“ der Output, dazwischen liegt ein fester Rechenweg.

Ein trainiertes Modell ist, auf seine grundlegendste Struktur reduziert, ebenfalls nur eine Funktion — nur dass der Rechenweg dazwischen nicht handgeschrieben, sondern trainiert wurde. Hier endet auch das Denkbild: Den Rechenweg eines Taschenrechners haben Menschen Schritt für Schritt gebaut, beim Modell steckt er in Zahlen, die das Training eingestellt hat.

Ein Beispiel: Ein Spamfilter zählt die Gewichte der Wörter einer Mail zusammen. Kommt dieselbe Mail zweimal, kommt zweimal dieselbe Zahl heraus. Der Filter erinnert sich nicht an die erste Mail und wird beim zweiten Mal nicht strenger, denn seine Gewichte ändern sich nur im Training.

Nicht verwechseln mit der Alltagsbedeutung: Im Alltag meint „Funktion“ oft, was ein Gerät kann, etwa die Nachtfunktion einer Kamera. Hier ist der mathematische Sinn gemeint, eine feste Zuordnung von Input zu Output. Dass ein Chatbot dieselbe Frage zweimal verschieden beantworten kann, widerspricht dem nicht. Der Unterschied entsteht fast immer erst beim Auswählen des nächsten Textstücks, das oft mit etwas Zufall geschieht (Sampling).

Wo du dem Begriff begegnest: In der Schulmathematik als Schreibweise wie f(x) und in Tabellenprogrammen bei Formeln wie SUMME: Eingabe hinein, festes Ergebnis heraus. In der Programmierung heißt jeder benannte Rechenschritt Funktion, auch wenn nicht jeder bei gleicher Eingabe dasselbe liefert.

Ausführlicher erklärt in Input und Output: Was eine Funktion tut.

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